In den letzten Jahren hat sich der anfängliche Trend zur Rohfütterung von Hunden und Katzen zu einer ernsten Bedrohung für die Futtermittelhersteller entwickelt. Immer mehr Tierliebhaber vertrauen nicht mehr den werbeträchtigen Aussagen der Industrie sondern füttern Ihre Haustiere artgerecht und naturnah.
In vielen Gesprächen mit Trockenfütterern werden wir natürlich immer wieder auf die Vorteile von Trockenfutter hingewiesen.
Trockenfutter ist so bequem!
Natürlich ist Trockenfutter bequem – angefangen mit dem leichten Transport, der Lagerung, der Portionierung bis hin zur ausgewiesenen Rundumversorgung. Außerdem sieht das Futter richtig gut aus und riecht kaum.
Nur wenige fragen sich dabei: was hat mein Hund oder meine Katze davon?
Die wenigsten der Hunde- und Katzenbesitzer lesen die Inhaltsstoffe, und wenn, verstehen die wenigsten diese.
Ich kann mein Trockenfutter gut lagern!
Während der Lagerung ist das Einnisten von Milben vorprogrammiert. Gerade Hausstaubmilben sind daher eine der häufigsten Ursachen von Allergien. Öffne den Futtersack und sei sicher, die Milben warten schon!
Ich kann so einfach portionieren!
Welcher Hundebsitzer mißt eigentlich die empfohlene Futtermenge genau ab? Die Zahl der fettleibigen Hunde wächst stetig; sind doch die Portionen doch so klein – also geben wir ruhig ein wenig mehr.
Übrigens: ich habe noch keine fettleibigen Hunde gesehen, die ausschließlich gebarft werden!
Im Trockenfutter ist alles drin!
Die Industrie wirbt ständig mit der Ausgewogenheit des Futters. Schön und gut. Aber ist nicht jeder Hund ein Individuum mit eigenen Ansprüchen? Klar, die Hersteller kennen jeden Hund und jede Katze und wissen genau, was genau Ihr Haustier an Proteinen, Fetten, Kohlenhydraten usw. benötigt. Bei 5,5 Millionen Hunden und mehr als 8 Millionen Katzen ist ja auch für die Hersteller einfach, die Bedürfnisse jeden Tieres zu kennen.
Wann hatten Sie übrigens das letzte Mal einen Besuch Ihres Futterherstellers, der sich nach dem Befinden Ihres Lieblings erkundigt?
Mein Trockenfutter kommt vom Tierarzt!
Selbstverständlich muss es dann ja ein hochwertiges Futter sein! Ihr Tierarzt konzentriert sich voll und ganz auf Ihr Tier und schenkt Ihnen nach Beendigung der Behandlung das Futter.
Nicht? Dann sollten Sie darüber nachdenken, warum der Futtersack beim Tierarzt 80,00 Euro kostet. In manchen Tierarztpraxen sieht es aus wie im Supermarkt, vollgestopft mit Trockenfutter eines Herstellers.
Mein Futter beinhaltet keine Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker!
Schauen Sie einmal auf die Verpackung. Finden Sie EG-Zusatzstoffe oder Antioxidantien? Lesen Sie BHT oder BAH? Wie, bitte schön, soll ein Trockenfutter, bestehend aus Fleisch (natürlich getrocknet) und Getreide, denn haltbar gemacht werden? Wahrscheinlich durch Luft und Liebe.
Kein Hund der Welt würde das denaturierte und tote Trockenfutter ohne die Zugabe von Glutamaten (Geschmacksverstärkern) anrühren.
Mein Futter sieht gut und gesund aus!
Klar, sonst würden Sie es auch nicht wieder kaufen. Glauben Sie wirklich, Ihren Hund oder Ihre Katze interessiert es, wie das Futter aussieht? Hier wird ausschließlich darauf geachtet, daß dem Käufer – und das ist nicht das Tier – das Futter “gefällt”. Ohne Farbstoffe wäre Ihr Futter wahrscheinlich eine graue und tote Pampe, aber wie heißt es so schön: Das Auge “kauft” mit.
Bei meinem Futter steht Fleisch an erster Stelle auf der Beschreibung!
Sicher, bei manchen Sorten ist das so zu lesen. In den Inhaltsstoffen steht nur nicht, daß hier die Ursrungsform des Fleisches gemeint ist. Bedenken Sie, daß Fleisch aus 75% aus Wasser besteht und es sich bei Ihrem Futter um Trockenfutter ist, können Sie schnell ausrechnen, was nach der Trocknung noch übrig bleibt.
Und vergessen Sie nicht die gerne angewandte Methode der gesplittenen Deklaration. Aus Getreide wird dann schnell einmal Weizen, Weizenkeime, gekörnter Reis, weißer Reis, brauner Reis, gekochter Reis etc. So erhalten die einzelnen Komponenten schnell eine niedrige Einstufung auf den Etiketten.